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Wenn ich eine Ameise wäre…


dann könnte ich unbemerkt an Orte gelangen, zu denen ich normalerweise keinen Zutritt habe. Fangen wir mal mit den Nachbarn an, in dem Haus war ich noch nie. Es ist in Ameisengeschwindigkeit einfach zu erreichen und ein gutes Anfängerziel. Nun bin ich an der Terrassentür und kann durch den kleinen Spalt ins Wohnzimmer schlüpfen. Die Handwerker haben hier nicht ganz sauber gearbeitet, aber das merken die Menschen fast nie. Niemand da, vielleicht sind alle schon im Bett? Dann muss ich wohl die Treppe hochkriechen, das geht über die Befestigung an der Wand. Immer diese Anstrengung, ich habe schon den ganzen Tag fleißig gearbeitet und viele Brotkrümel von der Terrasse in den Ameisenhaufen getragen. Trotzdem! Ich glaube, der Aufstieg in den ersten Stock lohnt sich, ich habe das im Gefühl. So, jetzt bin ich im Elternschlafzimmer und marschiere ungestört unter das Ehebett. Die sind ja noch wach, was machen die da so im Bett? Ich höre, dass der Mann komische Geräusche von sich gibt – ganz genauso wie die alte Schildkröte, die ich aus meiner Kindheit kenne, wenn sie Atemnot hatte. OOOHHH…Hoffentlich geht es dem Mann gut. Von der Frau kann ich nichts hören. Dann wird es still. Ich krieche mal ins Kinderzimmer und schaue, ob da noch was los ist. Fehlanzeige, ich höre nur ein leichtes, rhythmisches Atmen. Das macht mich auch ganz müde; werde noch schnell mal ins Bad schauen und dann zurück in meinen Ameisenhaufen kriechen. Das Licht geht an und ich sehe den Mann. Hilfe, er kommt direkt auf mich zu, er kommt direkt auf mich…….


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