300 Kilo Honig
Fünfzehn Minuten zu früh - was nun, einfach klingeln? Plötzlich sprang die Haustür auf und er hätte sie fast über den Haufen gerannt. Erschrocken starrte er sie an „oh, ähm …ich wollte noch schnell frische Brötchen holen. Willst du mitkommen?“ Der Supermarkt war recht klein, eher Tante-Emma-Laden. Während er sich in die Warteschlange beim Bäcker stellte, ging sie zu den Konfitüren. Die Auswahl war erstaunlich gut. Sie bemerkte ein älteres Paar, welches die verschiedenen Honigsorten genauestens betrachtete. Jedes Glas wurde umgedreht und die Frau studierte die Inhaltsstoffe sorgfältig. Er stand daneben, sagte nichts, nickte aber beständig mit dem Kopf. Dabei rutschte ihm seine Schiebermütze über die Augen und er musste sie wieder zurechtrücken. Was die Kleidung betraf, war das Paar in den 70-ziger Jahren steckengeblieben. Komisches Paar dachte sie, als er mit den Brötchen auftauchte. Sie entschieden sich für eine Birnenkonfitüre und machten sich auf dem Weg zur Kasse. Hinter ihnen stellte sich das Paar mit ihrem Honigglas an. Als sie gezahlt hatten, hörten sie den Mann zum Kassierer sagen: „Also, wir haben noch einmal genau geschaut, es bleibt bei dieser Sorte.“ Er hielt dem Kassierer das Honigglas direkt unter die Nase. „Wir nehmen wie vereinbart 300 Kilogramm.“ Der Kassierer wiederholte langsam „300 Kilogramm Honig von dieser Sorte“ und zog das Honigglas über den Scanner. Wir fragen wie aus einem Munde: „Wozu brauchen Sie denn 300 Kilo Honig?“ Der Mann entgegnete mit ernstem Blick: „Wir füttern damit unsere Bienen, sonst kommen sie nicht über den Winter.“ Sogleich fing er wieder heftig an zu nicken und seine Schiebermütze rutschte ihm über die Augen. Der Kassierer rief den Marktleiter…..